FH Münster forscht mit niederländischen und deutschen Partnern an pflanzlichen Proteinprodukten.

© FH Münster | Dzemila Muratovic
Münster, den 07. September 2026. Proteine aus Pflanzen gelten als wichtige Bausteine einer klimafreundlicheren Ernährung. Doch ihr bitterer Geschmack und eine teils schlechtere Nährstoffaufnahme machen sie für den Markt weniger attraktiv. Im Interreg-Projekt SENSUPPLANTPRO arbeiten neun Partner aus der deutsch-niederländischen Grenzregion daran, diese Produkte geschmacklich zu verbessern und ihren Nährwert zu steigern. Die Projektleitung übernimmt die Universität in Maastricht mit Unterstützung von Brightlands Campus Greenport Venlo. Die FH Münster bringt ihre Expertise in Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelsensorik in das Projekt ein.
Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe verursachen den bitteren Geschmack. Außerdem führen sogenannte antinutritive Substanzen dazu, dass der Körper weniger Nährstoffe aufnehmen kann. Die deutsch-niederländischen Teams arbeiten gemeinsam daran, durch eine gezielte Zugabe von ausgewählten Polyphenolen den Geschmack und Nährwert der pflanzlichen Proteine zu erhöhen.
„In dem Projekt konzentrieren wir uns auf Proteine aus Hülsenfrüchten. Ein besonderer Fokus liegt auf Süßlupinen“, erklärt Prof. Dr. Guido Ritter, Leiter des Teams der FH Münster im Projekt SENSUPPLANTPRO. Hülsenfrüchte liefern viel pflanzliches Protein, Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe, daneben wirken sich gerade Süßlupinen positiv auf die Bodenfruchtbarkeit aus. „Die Verlagerung von tierischen auf pflanzliche Proteinquellen ist ein zentraler Punkt in einer gesunden und klimafreundlichen Ernährung. Sie ist ein Schlüsselbaustein für ein nachhaltigeres Ernährungssystem“, so Ritter.
Mit seinem Mitarbeiter Wieland Buschmann wird er im weiteren Verlauf des Projektes Workshops im food lab muenster für die Gemeinschaftsgastronomie durchführen, in denen innovative Prototypen, wie Gerichte und Komponenten entwickelt werden sollen. Außerdem baut Ritter ein geschultes Team aus Testpersonen auf, das sich auf die Bewertung der Bitterkeit in Lebensmitteln konzentrieren wird. Im Labor für Lebensmittelsensorik werden dazu die neuen Prototypen auf ihren Geschmack getestet.
Akteur*innen aus der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette sind in dem Projekt vereint: von Verbraucher*innen über Unternehmen mit Fokus auf Sensorik und Geschmack, Hersteller proteinreicher Produkte und Anbieter alternativer Proteinquellen bis hin zu Handelsunternehmen, Lebensmittelhandwerkern sowie Forschungseinrichtungen.
Langfristiges Ziel des Projekts ist es, wissenschaftlich fundierte, nachhaltige, gesunde und schmackhafte pflanzliche Lebensmittel zu entwickeln, deren Marktpotenzial zu untersuchen und sie erfolgreich auf den Markt zu bringen. Das dreijährige Projekt läuft bis Ende Juni 2029.
Zum Thema:
Das Projekt SENSUPPLANTPRO wird im Rahmen des Interreg VI A-Programms Deutschland–Nederland durchgeführt. Es wird mit etwa 1,2 Millionen Euro von der Europäischen Union, dem niederländischen Ministerium für Wirtschaft, dem Wirtschaftsministerium NRW sowie den niederländischen Provinzen Limburg, Noord-Brabant und Groningen kofinanziert.
Originalmeldung:
https://www.fh-muenster.de/de/ueber-uns/newsroom/news/oef/forschungsprojekt-sensupplantpro-huelsenfruechte-protein
Ansprechpartnerin:
FH Münster
Pressesprecherin
Katharina Kipp M.A.
+49 (0)251 83 64090
katharina.kipp@fh-muenster.de




