Suche
Social Media Links

Antisemitismuskritische Bildung

HSPV NRW ist an zwei bundesweiten Forschungsverbünden zu antisemitismuskritischer Bildung im Staatsdienst und für den Schutz von Demokratie beteiligt

Bild von dem Dach einer Synagoge mit sichtbarem Davidsstern

© AdobeStock | etfoto

Gelsenkirchen, 09. Oktober 2026. Großer Erfolg im Forschungsbereich: Die HSPV NRW ist an zwei bundesweiten Forschungsverbünden zu antisemitismuskritischer Bildung im Staatsdienst und für den Schutz von Demokratie beteiligt.

Die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) kann sich über einen beachtlichen Erfolg im Forschungsbereich freuen. Die Forschende Dr. Sarah Jahn ist an gleich zwei wegweisenden Verbundforschungsprojekten beteiligt. Gefördert durch das Bundesforschungsministerium, widmen sich die Forschungsverbünde „SYN-safe“ und „COMPASS“ dem Schutz jüdischen Lebens und der gezielten Professionalisierung von Staatsbediensteten im Umgang mit Antisemitismus. Die Hochschule in Nordrhein-Westfalen übernimmt dabei in beiden Projekten eine zentrale Vorreiterrolle für die bundesweite Forschung.

Projekt 1: SynSafe

(vollständig: „Hiding in plain sight: Sichtbare Architektur und unsichere Juden. Antisemitismus und Synagogen aus Sicht von Architektur, jüdischen Gemeinden und Polizei“) mit einer Laufzeit von 3 Jahren.

Ob in Halle an der Saale, Lübeck, Ulm, Oldenburg und zuletzt Wuppertal – Angriffe auf Synagogen und jüdische Gemeindezentren finden leider wieder vermehrt in Deutschland statt. Synagogen repräsentieren jüdische Gemeinden und als Symbole jüdischen Lebens werden sie immer wieder Ziel antisemitischer Angriffe. Wie kann man die Gebäude, vor allem aber ihre Besucher und Nutzerinnen schützen? Diese Fragen werden im Verbundforschungsprojekt „Hiding in plain sight – Sichtbare Architektur und unsichere Juden“ aus der Sicht von Architektur, jüdischen Gemeinden und Polizei erforscht. Ziel der Forschung ist die Stärkung der Sicherheit auf mehreren Ebenen durch bessere Abstimmung sowie mehr Wissen und Verständnis, denn viele Aspekte sind bei der Sicherheit von Synagogen relevant: die Architektur des Gebäudes, Abläufe in jüdischen Gemeinden und ihrer Sicherheitsdienste, der Objektschutz durch die Polizei und nicht zuletzt die öffentliche Aufmerksamkeit. Die Projektpartner wollen gemeinsame Workshops mit den Zielgruppen durchführen und Handreichungen für Architektinnen und Architekten sowie die Polizeipraxis und -bildung entwickeln und jüdische Gemeinden für polizeiliche und architektonische Verständnisse von Sicherheit sensibilisieren, damit Synagogen auch in Zukunft ein Safe Space sein werden.

Projekt 2: Compass

(vollständig: „COMbating Antisemitism: Public Servants Standing against Antisemitism in State and Society”) mit einer Laufzeit von 4 Jahren.

Der Forschungsverbund COMPASS untersucht, wie die Professionalisierung von Staatsbediensteten im Umgang mit Antisemitismus systematisch gestärkt und langfristig in Aus-, Fort- und Weiterbildungskontexte integriert werden kann. Im Zentrum stehen dabei die Bereiche Schule, Polizei und Justiz als gesellschaftlich zentrale Institutionen, in denen antisemitische Vorfälle erkannt, eingeordnet und bearbeitet werden müssen und deren Akteure hierbei mit spezifischen professionellen Anforderungen und Unsicherheiten konfrontiert sind. Langfristiges Ziel des Projekts ist es, empirisch fundierte und praxisrelevante Grundlagen für die antisemitismuskritische Professionalisierung staatlicher Akteure bereitzustellen, den institutionen-übergreifenden Austausch zu stärken und die Handlungsfähigkeit staatlicher Institutionen im Umgang mit Antisemitismus nachhaltig zu verbessern.

Dazu erklärt Dr. Sarah Jahn, die Projektleiterin der HSPV NRW: „Jüdisches Leben sichtbar zu machen und gleichzeitig effektiv zu schützen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mit den Projekten SYN-safe und COMPASS brechen wir die oft starren Grenzen zwischen Wissenschaft und Praxis auf. Wir schauen genau hin: Wie erleben Jüdinnen und Juden ihren Alltag, wo stoßen Einsatzkräfte an Grenzen und wie reagieren unsere Schulen und Gerichte? Unser Ziel ist es nicht, Berichte für die Schublade zu schreiben. Wir wollen den Beschäftigten im öffentlichen Dienst – von der Streifenpolizistin bis zum Berufsschullehrer – das Wissen und die Werkzeuge an die Hand geben, um Antisemitismus entschlossen und handlungssicher entgegenzutreten.“

Projektdaten

Das Projekt „Hiding in plain sight – Sichtbare Architektur und unsichere Juden“ ist auf drei Jahre angelegt. Im Vorhaben arbeiten die Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa an der Technischen Universität Braunschweig, die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV) und das Tikvah Institut gUG in Kooperation mit Präsenzen – Netzwerk jüdische Gegenwartsforschung e.V. zusammen.

Das Projekt „COMbating Antisemitism: Public Servants Standing against Antisemitism in State and Society” ist auf vier Jahre angelegt. Im Vorhaben arbeiten der Lehrstuhl Didaktik der Sozialwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal, die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV) und das Tikvah Institut gUG zusammen.

Beide Projekten werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“ gefördert und sind Teil des Forschungsnetzwerks Antisemitismus im 21. Jahrhundert FoNA21.

Originalmeldung
https://www.hspv.nrw.de/nachrichten/artikel/antisemitismuskritische-bildung-forschung-2026

Ansprechperson:
Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen
Sprecherin IGE
Frau RD’in Dr. Sarah Jadwiga Jahn
sarahjadwiga.jahn@hspv.nrw.de

Teilen Sie diesen Artikel!

2026-10-15T16:52:56+02:0016.10.2026|Kategorien: Bildung, Gesellschaft|Tags: |

Nach oben